Fernsehtechnik
Der bislang übliche Röhrenfernseher, mit dem das Zeitalter des bebilderten Rundfunks begann, wird in absehbarer Zeit endgültig von Flachbildschirmen abgelöst werden. 2006 wurden in der Bundesrepublik erstmals mehr Flachbildschirme als Röhrenfernseher verkauft. Ab 2010 soll das deutsche Fernsehen komplett auf digitaler Basis ausgestrahlt werden, spätestens dann werden die Unterschiede in Auflösung und Farben zwischen einem Röhrenfernseher und einem High-Definition-Gerät ausschlaggebend für den Verkauf werden. Daneben werden mit der Digitalisierung des Fernsehangebotes auch die verschiedenen Formate, die sich allmählich neben dem klassischen Kabel- und Satellitenempfang etablieren, verstärkt durchsetzen.
Was ist HD-TV?
Das populäre Schlagwort vom „HD-TV“ bedeutet „High-Definition-TV“, also grundsätzlich eine höhere Auflösung. Das klassische PAL-Fernsehen verfügt über 768 x 576 Bildpunkte Auflösung bei 50hz Bildfrequenz. High-Definition-Programme werden in Auflösungen zwischen 1920x1080 und 1280x720 Bildpunkten ausgestrahlt. Folglich braucht HD-TV eine ganz neue Hardware - nicht nur was die Empfängergeräte, sondern auch, was die Bildschirme betrifft. Darum das „HD-ready“-Siegel, das eine Aufrüstbarkeit oder Übereinstimmung mit den kommenden Standards bescheinigen soll.
HD-TV-Geräte sind momentan noch ziemlich teuer; mit einigen tausend Euro für einen hochwertigen Fernseher muss man rechnen. Allerdings gehen Markforscher davon aus, dass die Preise in den nächsten Jahren aufgrund steigender Nachfrage allmählich fallen werden.
Übertragungswege Analoges Kabelfernsehen
Das analoge Kabelfernsehen bedarf einer Kabelanschlussdose, daneben sind keine weiteren Empfangsgeräte erforderlich, da nahezu alle Empfänger seit den 90´er Jahren über den erforderlichen Hyperband-Tuner verfügen. Es verfügt über eine Vielzahl verschiedener Sender, ist aber gebührenpflichtig. Neben den einmaligen Anschlusskosten fallen monatliche Kosten in Höhe von 15-40 Euro, je nach Programmauswahl, an.
Digitales Kabelfernsehen
Das digitale Kabelfernsehen (DVB-C) braucht einen passenden Receiver, der die digitalen Signale in die herkömmlichen analogen wandelt. Vorübergehend waren Fernsehgeräte im Handel, die den Receiver eingebaut hatten, inzwischen werden sie nicht mehr produziert. Da auch die Produktion des gebräuchlichsten Receivers, der d-box, 2001 eingestellt wurde, haben viele Anbieter eigene Geräte entwickelt, die inzwischen erhältlich sind.
DVB-T
Die Abkürzung steht für „Digital Video Broadcasting - Terrestrial“. DVB-T ermöglicht die erdgebundene Übertragung digitaler Fernsehsignale in der Atmosphäre. Die Qualität des Signals hängt von der Senderdichte im Empfangsgebiet ab, die Antennen können eventuell durch Wettereinflüsse etc. gestört werden. Das Bild wird digital komprimiert, um den Bandbreitenbedarf klein zu halten. Bei schnell Bewegungen wie zum Beispiel Sportszenen kommt es oft zu sogenannten „Blockartefakten“, zur Klötzchenbildung. Im Gegenzug sind aber zahlreiche Programme ohne zusätzliche Programmgebühren enthalten, denn das System ist der Nachfolger der bisherigen analogen Grundversorgung. DVB-T ist besonders für Vielreisende eine sinnvolle Möglichkeit, um die meisten Fernsehprogramme zu empfangen, der Empfang ist eben auch im Auto, unter freiem Himmel oder am Strand möglich, so lange man sich im versorgten Gebiet aufhält, das zur Zeit nur die großen Ballungsräume umfasst.
DVB-T2
DVB-T2 ist eine Weitentwicklung des DVB-T-Standards und wird unter anderem auch das Empfangen von HD-TV-Signalen ermöglichen. DVB-T2 wird eigene Empfangsgeräte benötigen, die aber abwärtskompatibel sein werden. Klassische DVBT-Empfänger werden dagegen nicht imstande sein, DBVT 2-Signale zu dekodieren. Eine erste Spezifikation soll im Sommer 2008 verabschiedet werden, eine flächendeckende Einführung in Deutschland ist vorerst nicht geplant.